Ausgaben 2008

Hier finden Sie frühere TextArt-Ausgaben.

TextArt 01/2008

Leseprobe:

Die schmackhafte Zubereitung des Wissens

Wie man ein Sachbuch schreibt

Pia Helfferich

Das Schreiben von Sachbüchern wird immer populärer. Davon zeugt unter anderem die Tagung „Non Fiction – Sachbücher konzipieren, schreiben, verkaufen", die 2006 an der Bundesakademie Wolfenbüttel von Berliner Sachbuchforschern ausgerichtet wurde und über 100 Interessierte versammelte, deren ausgebeulte Taschen verdächtig nach einem dem Markt zustrebenden Manuskript aussahen. Auch der Sachbuchmarkt selbst hat den Trend entdeckt und mit der Veröffentlichung von „Erfolgreich als Sachbuchautor" (Oliver Gorus, Jörg Achim Zoll) darauf reagiert. Ein guter Grund, das Phänomen einmal näher zu betrachten.

Was ist das überhaupt, ein Sachbuch? Nichtfiktionale Literatur. Doch da gibt es Fachbücher, Ratgeber und eben Sachbücher. „Wissen mit Unterhaltung ist ein Sachbuch, Wissen ohne Unterhaltung ein Fachbuch", unterscheidet der Sachbuchforscher Stephan Porombka lapidar. Ratgeber wollen ihren Lesern Anleitungen geben, um ein Problem zu lösen. Das berühmteste Beispiel, die Mutter aller Ratgeber ist das Buch „Wie man Freunde gewinnt" von Dale Carnegie. Fachbücher werden von Experten verfasst, dienen der Wissensvermittlung und wenden sich an Leser, die sich in diesem Bereich zu Hause fühlen. Sachbücher hingegen müssen nicht unbedingt von einem erklärten Fachexperten geschrieben werden, ihre Autoren sind oft auch Journalisten, die recherchiert und sich in das Thema eingearbeitet haben. Sie wenden sich an Leser, die keine Experten sind, bereiten ihr Thema also massentauglich auf. Als Beispiel denke man an die Bücher „Die Glücksformel" und „Die Zeit" von Stefan Klein.

Veröffentlichungen sind prestigeträchtig

Es gibt gute Gründe, sich die Arbeit zu machen, hunderte Seiten mit der Ausarbeitung eines Themas zu füllen. Abgesehen von dem ganz eigenen Reiz, sich ausführlich mit einem Gebiet auseinandersetzen zu können, für das man sich schon lange begeistert, gibt es auch wirtschaftlich relevante Motive. Gorus und Zoll weisen darauf hin, dass eine Veröffentlichung noch immer sehr prestigeträchtig ist und aus ihr auch eine berufliche Profilierung entstehen kann. Darüber hinaus kann man schlicht Geld verdienen. Was? Geld verdienen mit Büchern? Nun ja, indirekt. Das zu erwartende Honorar (etwa 10 bis 15 % der Nettoverlagseinnahmen) wird wahrscheinlich nicht so üppig ausfallen, doch mit der Veröffentlichung des Buches wird man zu einem Experten mit gestiegenem Bekanntheitsgrad, neue Türen tun sich auf, hinter denen bezahlte Vorträge, Podiumsdiskussionen, neue Kunden oder Ähnliches warten.

Wie bereits angesprochen, muss man kein Experte sein, um ein Sachbuch zu schreiben, trotzdem muss man zwingend über einige Qualifikationen verfügen, um zuerst einen Agenten und dann einen Verlag zu einer Investition zu bewegen. Das A und O ist die Kompetenz des Autors und die belegt er, indem er nicht nur mit einer Idee an den Agenten oder Lektor herantritt, sondern mit einem Konzept (zum Aufbau eines Exposés siehe TextArt-Ausgabe 1/2004) sowie einem Textauszug, der belegt, dass er angemessen schreiben kann, sowie einer Vita und Arbeitsproben, die sein Schreibspektrum abdecken. Einem Newcomer auf dem Buchmarkt könnte es zum Beispiel den Einstieg erleichtern, wenn er zu seinem Thema bereits Artikel veröffentlicht hat. Keinesfalls ist es hilfreich, zuerst auf Verdacht das Buch zu schreiben und es dann verkaufen zu wollen. Damit offenbart man nicht nur Laie zu sein, der Verlag wird auch den Schwerpunkt eventuell ein ganz klein wenig anders setzen oder den Aufbau einer bereits vorhandenen Reihe anpassen wollen und schon war die ganze Arbeit umsonst.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 1/2008.

Mehr in dieser Kategorie: « TextArt 02/2008
Cron Job starten