Ausgaben 2008

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TextArt 04/2008

Leseprobe:

Zeitmanagement für Autoren

Auf der Suche nach der verlorenen Schreibzeit

Sylke Hörhold

Wir sind Helden. Romane, Gedichte, Kurzgeschichten wollen wir schreiben, Erzählungen, Essays, Drehbücher oder unsere Autobiografie. Dazu ziehen wir beherzt an unseren Schreibplatz, um uns dem Schrecken des leeren Blattes oder des erwartungsvoll blinkenden Cursors zu stellen. Doch wer klopft da nicht alles an die Tür unseres gar nicht so einsamen Elfenbeinturms: eine stramme Vierzig-Stunden-Arbeitswoche, Familie, Freunde, Lebensentwürfe, die verwirklicht werden sollen, Ansprüche einer komplizierten Wirklichkeit an uns – die Liste ließe sich fortsetzen. All das drängt hinein, stellt sich mit ungeduldig trommelnden Fingern zwischen unseren Wunsch und das Ziel. Jeder von uns kennt die unzähligen Hindernisse, die sich auf dem Weg der Schriftstellerei vor uns aufbauen. Der stete Kampf um Schreibzeit ist eines der größten davon.

Nur dem Anschein nach ist dies ein Kampf gegen äußere Widerstände. In Wahrheit kämpfen wir ihn ganz allein gegen uns. Wir sind uns dabei ein zäher und trickreicher Gegner. Die gute Fee des Zeitmanagements jedoch schenkt uns Autoren ein Rüstzeug, in diesem Kampf zu bestehen.

Eins-Drei-Fünf

Bevor wir uns auf diesen Weg begeben, machen wir uns klar, wohin er uns führen soll. Eine möglichst bildhafte Vorstellung von unserem Ziel als Horizontlinie, als Leitstern formulieren wir selbstverständlich schriftlich. Je ausführlicher und plastischer wir dieses Ziel formulieren, umso größer wird dessen Leuchtkraft auf unserem Weg dahin sein. Für jedes Ziel, das wir so ins Auge fassen, empfiehlt es sich, die 1-3-5-Regel anzuwenden: Ein Ziel (Was wollen wir erreichen?), drei Gründe (Warum wollen wir es erreichen?), fünf Maßnahmen (Wie erreichen wir es und bis wann?).

1 Ziel

Ob es sich um das Ziel handelt, von der schriftstellerischen Arbeit leben zu können, einen Roman zu veröffentlichen oder einen Artikel zu schreiben – immer ist es nur ein Ziel, für das wir unsere Kraft gerade einsetzen. Konkret benannt und notiert wird es das Banner sein, dem wir folgen.

3 Gründe

Dreimal fragen wir uns, warum wir diesem Banner folgen wollen. Ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Arbeitsschritt, denn aus dieser Quelle der Motivation ziehen wir unsere Kraft für den Kampf gegen die Hindernisse auf unserem Weg. Dabei bedarf es schonungsloser Erforschung unserer wahren Gründe für dieses Ziel. Unbedingte Ehrlichkeit ist vonnöten, wollen wir uns nicht im Nebel des Selbstbetruges verirren.

5 Maßnahmen

Jetzt wird es ernst. Wir machen uns auf den Weg, und zwar sofort. Fünf Maßnahmen sind unser Rüstzeug zur Zielerreichung. Das kann ein Stundenplan sein, ein Verzicht auf etwas, ein Termin, eine Weiterbildung etc. Jede Maßnahme ist klar formuliert, zeitlich limitiert und vor allem realistisch. Und hier schimmert schon das erste mögliche Hindernis. Ausgerechnet in der Machbarkeit unserer Maßnahmen liegt die größte Tücke. Wir sind hoch motiviert und ganz beseelt von unserem Ziel. Doch: „Die besten Ideen werden uns von der Wirklichkeit gestohlen", sagt St. J. Lec. Lassen wir diese Wirklichkeit – nämlich unsere Rahmenbedingungen – außer Acht, wird jede Maßnahme zum Scheitern

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 4/2008.

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